Startseite
    Wissenschaft
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Letztes Feedback



https://myblog.de/david015

Gratis bloggen bei
myblog.de





Bernstein: Schmuckstein und paläontologische Zeitkapsel

Bernstein ist sowohl für die Kunst, als auch für die Wissenschaft hochinteressant. Bernstein ist ja bekanntlich kein Edelstein wie Smaragd, Rubin oder Diamant. Es ist biologischen Ursprungs: versteinertes Baumharz. Bernstein wird seit Tausenden von Jahren als Schmuckstück verwendet. Die Menschen der Steinzeit nutzten Bernstein bereits. In der Jungsteinzeit, vor über 10.000 Jahren, war das fossile Baumharz eine begehrte Handelsware. Jahrtausendelang handelten Hochkulturen, wie die Phönizier, die alten Ägypter und die Römer, mit Bernstein. Im 16. und 17. Jahrhundert ließen die preußischen Herrscher ließen viele Gebrauchs- und Ziergegenstände aus dem begehrten Bernstein fertigen. Zu Repräsentationszwecken. Der preußische Hof gab in Auftrag, Degengriffe, Pokale, Diplomatengeschenke und so weiter aus Bernstein zu fertigen. Erst relativ spät erkannte man, dass Bernstein auch für die Wissebschaft von großem Interesse sein kann. Denn manchmal findet man sogenannte Bernstein-Inklusen, also Einschlüsse im versteinerten Baumharz. In solchen Fällen sind kleine Lebewesen im fossilen Baumharz konserviert worden. Manche davon sind nur einige Jahrzehnte oder Jahrhunderte alt. Die ältesten bekannten Inklusen stammen aus der Zeit der Dinosaurier! Wie viele wahrscheinlich wissen, konnte es vorkommen, dass Moskitos, Schnecken, kleine Echsen und so weiter sich auf einem Baum befanden und im Harz kleben blieben. Das Harz versteinerte im Laufe der Zeit und die eingeschlossenen Lebewesen wurden im Innern konserviert. Der Entomologe, also Insektenforscher George Poinar glaubte Anfang der 90er, mit seinem Sohn, seiner Frau und Dr. Cano von der Pylotechnic State University DNA aus einem in 125 Millionen Jahre altem Bernstein eingeschlossenen Rüsselkäfer extrahiert zu haben. Für das mit der Extrahierung der DNA wurde Poinar sehr bekannt. Das ist sogar in Literatur und Film eingegangen; sprich "Jurassic Park". Poinars Arbeit, bei der die Richtigkeit der Ergebnisse aber inzwischen angezweifelt wird, bildete die Grundlage für Michael Crichtons Roman, den ich schon mehrmals mit Begeisterung gelesen habe. Bernstein ist für Paläontologen eine Art Zeitkapsel, da darin manchmal Jahrmillionen alte Insekten und so weiter erhalten sind und zwar in perfektem Zustand. Im Gegensatz zu Fossilien in Sedimentgesteinen, die oft zusammengedrückt sind, haben sie noch dieselbe Form wie damals, als sie eingeschlossen wurden. Somit sind Tiere der Urzeit in Bernstein für Paläontologen von großem Interesse, da solche Fossilien dazu beitragen, die urzeitliche Welt und auch urzeitliche Lebensräume zu rekonstruieren. Dass aber aus der extrahierten DNA Tiere wie Dinosaurier erschaffen werden könnten, ist noch Gegenstand der Fiktion. Nach derzeitigem Wissensstand zerfällt die DNA eines Lebewesens selbst unter guten Bedingungen nach spätestens 6,8 Millionen Jahren. Die Dinosaurier starben vor rund 65 Millionen Jahren aus. Ihr Tod ist also schon zu lange her, als dass die Hollywood-Geschichte wahr werden könnte. Zumindest auf diesem Weg. Dennoch tragen Bernstein-Inklusen (Moose, Insekten, Pilze usw) dazu bei, herauszufinden, wie urzeitliche Lebensräume, zum Beispiel Wälder, ausgesehen haben könnten. In Myanmar machten Wissenschaftler erst vor kurzem einen Sensationsfund: sie fanden einen in Bernstein eingeschlossenen Dinosaurierschwanz! Dies ist von Interesse für die Erforschung der Evolution der Feder, da manchen Dinosaurier gefiedert waren. Die Erschaffung eines Dinosauriers durch DNA aus dem Blut in Moskitos in Bernstein, wie in "Jurassic Park", wird wohl nie Wirklichkeit werden aber wer weiß, was die Erforschung des fossilen Baumharzes und seiner Einschlüsse in Zukunft noch für Erkentnisse zutage fördert:-)
10.3.17 05:42


Werbung





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung